Syrien-Konflikt: NATO und Sunniten vs. Assad und Russland

Syrien: regionale Verteilung der Kriegsparteien
Syrien:/Irak: regionale Verteilung der Kriegsparteien

Über Damaskus: Hamat und Arpad sind zuschanden geworden; denn sie haben eine böse Nachricht vernommen; sie sind fassungslos! Sie sind in ängstlicher Erregung wie das Meer, das nicht zur Ruhe kommen kann.

Damaskus ist mutlos geworden; es hat sich zur Flucht gewandt, Zittern hat es befallen, Angst und Wehen haben es ergriffen wie eine, die gebären soll.

Wie? Ist sie nicht verlassen, die gepriesene Stadt, die Burg meiner Wonne? Darum wird ihre junge Mannschaft in ihren Straßen fallen, und alle Kriegsleute sollen an jenem Tag umkommen, spricht der Herr der Heerscharen;

Jer 49,23-26

In Syrien herrscht seit 2011 Krieg. Zunächst gab es durch den sog. ‘Arabischen Frühling’ inspirierte auch zivil-wirtschaftlich motivierte Proteste,  die allerdings von außen angestachelt und mitfinanziert wurden und mit Hilfe von eingeschleusten Dschihadisten (die vom Westen euphemistisch ‘Rebellen’ genannt werden) in einen ‘Bürgerkrieg’ überführt wurden. Aber eigentlich ist das Ganze ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA, Katar, Saudi-Arabien und der Türkei auf der einen und der syrischen Regierung, Russland, Iran und China auf der anderen Seite um die Macht über das Land und seine Ressourcen. Friedensforscher und NATO-Experte Dr. Daniele Ganser brachte das am 30.5. im München hervorragend auf den Punkt: Die US-Regierung will den – demokratisch gewählten – Staatschef Assad stürzen, weil er ihren wirtschaftlichen und geostrategischen Plänen im Wege steht. Natürlich hat sie incl. Friedens(!)-Nobelpreisträger Obama dafür kein UN-Mandat.

Die lokalen Kriegsparteien decken sich recht stark mit den beiden traditionell verfeindeten Haupt-Richtungen des Islam: auf der einen Seite die Sunniten, deren besonders strikte Vertreter auch Wahhabiten genannt werden, zu denen die Terroristen-Gruppen ‘IS’, Taliban, Al-Qaida und Al-Nusra-Front, sowie die meisten moslemisch dominierten Länder gehören, insbesondere Saudi-Arabien, die Türkei, der zentrale Irak und Ägypten, und auf der anderen Seite die Schiiten, zu denen vor Allem der Iran und der südliche Irak gehören, aber auch der Libanon mit der Hisbollah, die Palästinenser und die schiitische Sondergruppe der Aleviten, zu denen auch die Oberschicht Syriens inklusive der Assad-Familie zählen. Einen ethnischen Spezialfall stellen die Kurden dar, die im Dreieck Irak, Syrien und Türkei leben, aber denen man einen eigenen Staat verweigert hat. Sie werden aktuell im Norden Syriens von den Türken mit NATO-Waffen stark bedrängt und kämpfen andererseits teils mit westlicher Unterstützung erfolgreich gegen den von Süden angreifenden ‘IS’.

Kaum bekannte geschichtliche Hintergründe zu den aktuellen Konflikten im Nahen Osten nennt die TOPIC 1/2016, Seite 8. Übrigens gibt es immer mehr Belege für die direkte Beteiligung des US-Regimes am Entstehen des IS – dazu auch in der TOPIC 8/2016, Seite 5-6.Syrien-Kriegsparteien

Update vom 31.12.2016:

Die westliche Propaganda rund um den Syrien-Konflikt in den Massenmedien und offiziellen Verlautbarungen der Bundesregierung bis hin zu Merkels Neujahrsansprache ist unerträglich. Dazu ein ausgezeichnetes kurzes Statement der kanadischen Journalistin Eva Bartlett auf einer UN-Veranstaltung.

Eine der besten Nachrichten des Jahres 2016 war für mich die Rückeroberung Ost-Aleppos durch die Regierungsarmee mit Unterstützung Russlands, was vermutlich der Anfang vom Ende des Stellvertreterkrieges im Lande ist und Syrien hoffentlich vor dem Schicksal des Irak bewahrt.
Und was macht der verlogene Westen? Er lamentiert über eine angebliche humanitäre Katastrophe bei der ‘Flucht der Zivilbevölkerung’ aus diesen Stadtteilen, die doch gar nicht mehr nötig ist, und womit er doch eigentlich ein ganz anderes Ziel verfolgt: seine eigenen ‘wertvollen’ Kämpfer (von nützlichen Islamisten-Idioten bis hin zu US-‘Militärberatern’) möglichst zahlreich und heil aus der Stadt zu bekommen, um sie noch anderswo im Land einsetzen zu können.

Update vom 1.+8.10.2016:

Zuspitzung des Militär-Konflikts im September 2016

Derzeit beklagt sich das westliche Establishment ja wieder besonders lautstark über die militärischen Aktionen der syrischen Regierungsarmee und der mit ihnen verbündeten Russen — so bezeichneten Obama & Merkel kürzlich die schweren Luftangriffe gegen den von ‘gemäßigten’ Rebellen gehaltenen Ostteil der Großstadt Aleppo als ‘barbarisch’, wobei wie immer unterschlagen wird, dass das US-Regime die Schuld an dem Krieg in Syrien trägt. Bei solchen Bombardements kommen sicherlich auch einige Unschuldige ums Leben — aber als die Amis beispielsweise in einem ihrer Irak-Kriege wesentlich massiver Bagdad bombardierten, waren die dadurch verursachten Verluste unter der dortigen Zivilbevölkerung in den Augen des Westens nichts weiter als nebensächliche und verzeihliche Kollateralschäden. Es wird ständig mit zweierlei Maß gemessen, um von der eigentlichen Sachlage und insbesondere der eigenen Schuld abzulenken.

So auch, als am 19.9. ein angeblicher UN-Hilfskonvoi für Aleppo angeblich aus der Luft bombardiert wurde, und in den westlichen Medien sofort Assads und Putins Truppen als Täter verdächtigt wurden, was überhaupt keinen Sinn macht. Und das, obwohl der Konvoi genauso gut von einer pro-amerikanischen Rebellengruppe mittels Artillerie beschossen worden sein könnte. Übrigens  war der Konvoi eher vom Roten Halbmond als von den Vereinten Nationen, und nach russischen Informationen hatte er seine Ladung bereits in Aleppo abgeliefert. Egal von wem der Angriff auf den Hilfskonvoi kam und ob er mit Absicht erfolge oder nicht, kam er gerade wie gerufen, um von einer deutlich größeren ‘Fehlleistung’ des US-Militärs und ihrer NATO-Vasallen in Syrien abzulenken.

Die westlichen Militärs, welche in Syrien seit Jahren ohne jegliche Legitimation (etwa UN-Mandat, oder wie im Falle der Russen ein Hilferuf der demokratisch gewählten syrischen Regierung) im Sinne des US-Regimes und seiner sunnitischen Vasallen agieren, mal wieder besonders dreist oder sträflich fahrlässig, als sie – während der vereinbarten Waffenruhe – am 17.9. einen Militärstützpunkt der syrischen Regierungstruppen in der Provinz Dair as-Saur angriff und dabei ca. 70 Soldaten töte und ca. 100 verletzte. Schnell wurden weitere für den Westen nicht gerade schmeichelhafte Einzelheiten bekannt, die aber in unseren Massenmedien kaum Beachtung fanden. Was hätte es andererseits für einen Aufschrei im Westen gegeben, wenn sich russische Kampfflieger etwa in der Ukraine Ähnliches geleistet hätten. Dazu ein m.E. sehr treffender Kommentar:

Sollte es sich wirklich um „Versehen“ handeln, was ich nicht glauben kann, wären die Konsequenzen klar. Jemand der eine derart miserable Aufklärung hat darf nicht im Besitz von Waffen sein und schon gar nicht als „Weltpolizei“ in der Gegend herumballern. Raketen und Waffen weg, Backförmchen und Knete hin.

Die Versehens-Behauptung erinnert fatal an einen Vorfall vor fast einem Jahr in Afghanistan, wo die Amis ebenfalls eigentlich nichts zu suchen haben, aber vor Allem wohl deswegen dort sind, um den Opiumanbau anzukurbeln und zu schützen. Am 3. Oktober 2015 bombardierten sie ein Krankenhaus im Kundus in Schutt und Asche – und das obwohl die dort tätige Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” ihnen immer wieder die Koordinaten des Hauses durchgegeben hatte. Das US-Militär sprach von ‘menschlichem Versagen’ des Kampfflugzeug-Piloten. Wenn dort “nur” einheimische Mediziner tätig gewesen wären, hätten die Amis das Ganze womöglich sogar noch vertuschen können, geschweige denn sich für den üblen Vorfall zu entschuldigen.

Fakt ist jedenfalls, dass der barbarische Angriff der Amis & Co. auf die syrische Armee in der Nähe des Deir-ez-Zor-Flughafens eine kräftige militärische Hilfestellung für den IS war, den die gerade dort zusammengezogenen Einheiten bekämpfen wollten. So konnten die Islamisten dank der NATO-Schützenhilfe viel leichter eine Offensive gegen die Regierungstruppen starten, wie auch syrische Quellen meldeten. Man sieht hier mal wieder deutlich, wer die eigentlichen Günstlinge des US-Regimes in Syrien sind.

Am 21.9. haben die Russen offenbar im Sinne der syrischen Regierung militärische Vergeltung geübt, indem sie vom Mittelmeer aus mit Missiles eine geheime Aufklärungs- und Kommandozentrale im Gebirge Sam’an in der Dar Ta Izzah (Dar Ezza)-Region westlich von Aleppo angriffen, die offenbar die Angriffe auf Aleppo und Idlib und auch die “versehentliche” Bombardierung der syrischen Eliteeinheit am 17.9. koordiniert hatte. Das scheint ein Volltreffer gewesen zu sein, der 30 israelische, US-amerikanische, türkische, saudische, katarische und britische Offiziere liquidierte. Was hört man über das Ganze in den westlichen “Qualitätsmedien”? Nichts. Immerhin greift ein amerikanisches Militärmagazin einen Artikel der Fars News darauf, wobei es auch (ziemlich fehlerhaft) auf russische Medien und einen lesenswerten Artikel des kanadischen GlobalResearch Centers referenziert.

Der Konflikt zwischen Amis und Russen in Syrien droht wieder zu eskalieren. Am 28.9. kommentierte Finian Cunningham:

The crescendo of US-led condemnations against Syria and Russia over alleged humanitarian crimes in Syria grows louder by the day. […]

Emoting about humanitarian concerns is a well-worn prelude for NATO barbarism on behalf of Washington’s geopolitical interests. Crocodile tears followed by bombs. And no better person to carry out this subterfuge than UN ambassador Samantha Power.

Angesichts der Entwicklungen in Syrien warnte der amerikanische Ökonom und Publizist und ehem. stellv. US-Finanzminister Paul Craig Roberts am 30.9.2016:

Pundits have declared a “New Cold War.” If only! The Cold War was a time when leaders focused on reducing tensions between nuclear powers. What we have today is much more dangerous: Washington’s reckless and irresponsible aggression toward the other major nuclear powers, Russia and China. […]

Yes, please, a new Cold War. We need one desperately, a conflict responsibly managed in place of the reckless, insane drive for world hegemony emanating from the crazed, evil criminals in Washington who are driving the world to Armageddon.

Ein sehr besorgter Francis Dunford, Jr., General des Marine Corps und Chairman of the Joint Chiefs of Staff, sagte bei einem Kongress-Hearing am 22.9., dass die Einrichtung einer Flugverbotszone über Syrien zum gegenwärtigen Zeitpunkt „Krieg gegen Russland und Syrien“ bedeuten würde. Er sei nicht in der Lage, eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen. Die Mitglieder des Ausschusses hielten den Atem an – bis der republikanische Senator John McCain den sichtlich in die Ecke gedrängten General mit scharfen Worten nötigte, seine Aussage zu relativieren. Auf solch dramatische Weise wurde in den USA derzeit öffentlich über eine – möglichst heimliche, aber drastische Ausweitung des Syrien-Krieges diskutiert, wobei Außenminister Kerry weiter für eine politische Lösung plädiert.

Inzwischen rasseln die USA und Russland gegeneinander so heftig mit den Säbeln wie schon lange nicht mehr. US-Generalstabchef Mark Milley sagte am 5.10. in sehr scharfem Ton:

General Milleys WarnungI want be clear to those around the world who want to destroy our way of life and those of our friends and allies. […]
The US military, despite all our challenges, will stop you, and we will beat you harder than you have ever been beaten before. […]
We will destroy any enemy, anywhere, any time.

Nach dem amerikanischen Militär-Chef sei ein 3. Weltkrieg “fast garantiert”, und General William Hix ergänzte, dieser werde “extrem tödlich und schnell” sein.
Am 6. 10. teilte das russische Verteidigungsministerium mit, dass jeder Angriff auf die syrische Armee durch die US-geführte Allianz als Bedrohung für die russischen Soldaten in Syrien betrachtet und entsprechend militärisch beantwortet werde. Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, warnte:

“In Syrien sind mit Hilfe Russlands sehr starke und effektive Luftabwehrsysteme aufgestellt worden, die jene Jets, die es auf Positionen der Syrisch Arabischen Armee abgezielt hätten, neutralisieren würden. Deren Wirkungsradius könnte für unbekannte Flugobjekte eine Überraschung sein. Den Hitzköpfen sollte klar sein, dass wir nach dem Angriff der Koalition auf die syrischen Truppen in Deir ez-Zor alle notwendigen Maßnahmen ergriffen haben, um solche Fehler gegen die russischen Soldaten und Militärobjekte in Syrien unmöglich zu machen.“

Propaganda-Foto aus Aleppo

[Aleppo: Kind als Propagandaträger]Dieses Foto eines verletzten Jungen aus Aleppo ging im August um die Welt. So herzzerreißend und symbolträchtig es ist, so üble Kriegspropaganda wird damit im Sinne der heuchlerischen westlichen Machthaber betrieben – in die gleiche Richtung wie die Brutkasten-Lüge von 1990 zur scheinbaren Rechtfertigung des ersten Überfalls auf den Irak und das Foto des toten syrischen ‘Flüchtlings’-Jungen an einem türkischen Strand vom letzten Sommer -und wie immer fallen (fast) alle drauf rein 🙁

In Anlehnung an die amerikanischen wollen auch die deutschen ‘Qualitätsmedien’ damit doch erneut bloß die Russen verunglimpfen, welche im Gegensatz zu den Amis tatsächlich gegen den ‘IS’ & Co. in Syrien vorgehen. Noch relativ ausgewogen hat der Münchner Merkur (bzw. das damit verbundene Oberbayerische Volksblatt, OVB) das Ganze dargestellt.

Es sollte einen schon mal stutzig machen, dass hier Kinder zum Abfotografieren in einen offensichtlich nagelneuen Rettungswagen gesteckt werden. Wenn die Lage so dramatisch und die ‘Aktivisten’ so hilfsbereit sind, wie es dargestellt wird, dann hätte das Fahrzeug kräftige Gebrauchsspuren und man hätte keine Zeit, solche Fotoshootings zu veranstalten.

Schlimm genug, dass das Kind und seine Familie einen Luftangriff auf ihr Haus in Aleppo erlebten und dabei verletzt wurden. Mal ganz davon abgesehen, wer diesen Angriff ausführte – von westlicher Seite wird natürlich unterstellt, dass es die Russen oder Assads Regierungstruppen waren. Wahrscheinlicher aber ist, dass es die sog. ‘gemäßigten Rebellen’ bzw ‘IS’-Kämpfer waren, also Islamisten, die mit Sicherheit keinerlei Skrupel haben und vom Westen mit Waffen versorgt werden, um die Drecksarbeit für dessen Imperialismus zu leisten.

Nun wird das Kind auch noch als Ikone des angeblich gerechten (und damit in ihren Augen auch noch alle Mittel rechtfertigenden) bewaffneten Widerstandes syrischer(??) Oppositioneller gegen den gewählten Präsidenten des Landes hochstilisiert.

Außerdem hatte der Junge die zweifelhafte Ehre, von einem Fotografen abgelichtet zu werden, der offenbar am 5. August mit einer Gruppe ‘gemäßigter Rebellen’ posierte, die anscheinend ein paar Wochen zuvor vor laufender Videokamera ein syrisches Kind enthauptet hatte.

Update vom 27.3.2016

Am 14.3. gab Russland bekannt, einen Großteil seiner Truppen aus Syrien abzuziehen, was für die meisten sehr überraschend kam und von den westlichen Propagandisten mit unverblümt argwöhnischem Unterton und mit Falschinformationen garniert gemeldet wurde. Offenbar basierte die Entscheidung auf einer Kombination strategischer Gründe, wie sie ähnlich auch von syrischen Aktivisten gesehen werden:

  • Von vornherein war die direkte militärische Unterstützung der Assad-Regierung als eine auf wenige Monate beschränkte Intervention geplant. Der Kreml wollte bestimmt unbedingt eine Wiederholung der extrem schlechten Erfahrungen der Sowjetunion im Afghanistan-Krieg, wie auch die der Amerikaner in Vietnam und im Irak vermeiden, also unbedingt einen kräftezehrenden Dauerkrieg vermeiden.
  • Nachdem entscheidende taktische Ziele wie das Abschneiden der türkischen Versorgungswege für den ‘IS’ inzwischen erreicht sind, die Rückeroberung Aleppos aus den Händen der Islamisten wohl nur noch eine Frage der Zeit ist und die syrischen Truppen wieder die Oberhand im Land gegen die von westlicher Seite favorisierten ‘Rebellen’ haben, kann die teure Präsenz russischer Truppen stark verringert werden.
  • Offenbar rüsten die Amis bzw. die Saudis ihre ‘guten Rebellen’ (etwa: die mit der Al Qaida verwandte Al-Nusra-Front!) bald mit hochportablen Boden-Luft-Raketen aus, die für syrische und russische Bomber eine ernste Gefahr sind, sofern sie nicht mit neuester Abwehrtechnik ausgestattet sind, und es wird daher spekuliert, dass das mit ein Grund ist, sich erst mal taktisch zurückzuziehen.
  • Es bleiben allerdings zwei russische Bataillone, hochmoderne Luftabwehrraketen und schlagkräftige T-90-Kampfpanzer vor Ort, und sie können jederzeit bei Bedarf wieder verstärkt werden.
  • Die Russische Föderation konnte demonstrieren, dass sie nicht nur ähnlich wie die USA und ihre Vasallen in der Lage ist, entscheidend in Konflikte im Ausland einzugreifen, sondern sogar, dass sie dies mit relativ geringem militärischen Aufwand und in recht kurzer Zeit erfolgreich tun kann.
  • Die russische (ähnlich wie sonst die US-amerikanische) Militärindustrie konnte interessierten Ländern wie dem Iran deutlich machen, wie effektiv ihre Waffen sind.
  • Mit einer zu erwartenden spürbaren Verringerung des Flüchtlingsstromes aus Syrien konnte Russland besonders bei EU-Staaten wie Italien und Ungarn punkten, die durch die aktuelle Migrationskrise besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden, und kann damit hoffen, eine Verlängerung der von den Amis eingefädelten EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland im Juli zu verhindern, zumal diese einen einstimmigen Beschluss der EU-Staaten erfordert.
  • Die russische Regierung wollte ein starkes politisches Signal für die bevorstehenden neuen Friedensgespräche in Genf senden. Möglicherweise setzt sie damit auch den Verbündeten Assad unter Druck, eine gewisse Kompromissbereitschaft zu zeigen.

Aleppo-FrontDank der Vorarbeit durch russische Bombardements  gelang der syrischen Armee am Ostersonntag die Befreiung Palmyras vom ‘IS’. Die US-Militärführung gab zur gleichen Zeit an, den zweitwichtigsten Anführer des ‘IS’ erledigt zu haben.
[Nachtrag:] Der Ober-Hetzer des ‘Islamischen Staates’, der 2014 im Irak und Syrien ein ‘Kalifat’ ausgerufen und große Terroranschläge wie die von Paris und Brüssel angezettelt hat, ist Ende August 2016 unter die ‘Märtyrer’ gegangen – mit anderen Worten, er ist seinem eigenen ‘Dschihad’ zum Opfer gefallen. Ob er durch die Amis oder die Russen liquidiert wurde, ist unklar – beide beanspruchen die erfolgreiche Aktion für sich.

Trotz des allgemeinen Waffenstillstands wird um Aleppo weiter gekämpft. Am 24.3. startete die irakische Armee, unterstützt offenbar von den USA, nochmal eine Großoffensive zur Rückeroberung Mossuls (ehem. Ninive), der letzten großen ‘IS’-Hochburg im Irak.

Wir können danken, dass statt der drohenden internationalen Eskalation des Konflikts sich die Lage jedenfalls vorläufig entspannt hat. Beten wir dafür, dass auch Aleppo und Mossul bald von den Islamisten befreit werden. Dann besteht gute Hoffnung, dass die militärische Gewalt des ‘IS’ in Syrien und im Irak im Wesentlichen gebrochen ist.IS-Aleppo-Palmyra-Mossul weiterlesen

Islam und Terrorismus

Islam und Terrorismus - Marc GabrielUpdate vom 18. bis 21.7.2016

Bei diesem Thema herrscht allgemein große Unkenntnis und Verwirrung, die durch unsere humanistischen Massenmedien weiter genährt wird und auch Teil der islamischen Doktrin selbst ist. Um nicht missverstanden zu werden und speziell von linken Agitatoren und unbedarften Nächstenliebe-Eiferern gar als Neonazi und Hassprediger diffamiert zu werden, muss muss man als Aufklärer darüber offenbar immer wieder vorab betonen, dass der Islam, also das dämonisch inspirierte religiös-politische faschistische System, um das es hier geht, etwas Anderes sind als die Moslems, also Menschen, die in dieses System meist hineingeboren sind und als Menschen selbstverständlich genauso wertgeschätzt und zu lieben sind wie alle Anderen. Denn das wird vielfach durcheinandergebracht, u.A. als Folge der Manipulation in den Massenmedien, die leider auch bei diesem Thema auch in christliche Kreise hinein wirkt. 

Axt-Attentat in Würzburg

“Der erste IS-Terrorist in Bayern” titelte eine Münchner Zeitung – nicht ganz richtig, denn diese Verbrecher halten sich schon länger in Bayern und anderen deutschen Bundesländern auf. Gott sei Dank haben sie nicht schon früher zugeschlagen und war dieses Attentat vom Umfang noch relativ begrenzt, aber es sollte als eine klare Warnung verstanden werden: Wenn bei uns nicht bald ein deutliches Umdenken stattfindet und drastische Maßnahmen ergriffen werden, wird es noch viel schlimmer werden.

Aufschlussreich ist die Droh-/Bekenner-Vidoebotschaft, die der Attentäter offenbar kurz vor seiner Tat gedreht hat, der übrigens wohl weder minderjährig noch Afghane war:

“Im Namen Gottes, ich bin ein Soldat des IS und beginne eine heilige Operation in Deutschland. Die Zeiten sind vorbei, in denen Ihr in unsere Länder gekommen seid, unsere Frauen und Kinder getötet habt und Euch keine Fragen gestellt wurden. Die ungläubigen Regierungen saßen einfach da und taten nichts. Sie hatten nicht ein bisschen Ehre im Leib, dass sie sich nicht gegen Euch ausgesprochen haben.

Aber diese Zeiten sind vorbei. Bei Gott, das Islamische Kalifat herrscht jetzt im Irak, in Syrien, in Khorasan, in Libyen und dem Jemen. So Gott will wird Euch jeder Kämpfer des Islamischen Staates finden, so Gott will werden sie Euch in euren Häusern abschlachten. So Gott will (…) werden die heiligen Krieger starke Festungen bauen in Euren eigenen Ländern. So Gott will, werdet Ihr in jeder Straße, in jedem Dorf, in jeder Stadt und auf jedem Flughafen angegriffen.

Bei Gott, der Islamische Staat hat so viel Macht, der allmächtige Gott hat so (ihm) viel Macht verliehen, dass Ihr überall angegriffen werden könnt und Euer Parlament auch.

Ihr könnt sehen, dass ich in Eurem Land gelebt habe und in Eurem Haus. Bei Gott, ich habe diesen Plan in Eurem eigenen Haus gemacht. Und so Gott will werde ich Euch in Eurem eigenen Haus abschlachten. Ich werde so ein Durcheinander in Euren Straßen anrichten, dass Ihr Frankreich vergessen werdet.

Wenn Gott will und ich Luft und Blut in meinem Körper haben, werde ich bis zum letzten Moment kämpfen. So Gott will werde ich Euch mit diesem Messer abschlachten und Eure Schädel mit Äxten brechen.

Oh, Muslime, wann hört Ihr auf, Euch gleichgültig schlafen zu legen? Wacht auf. Das Kalifat ist da. Bekennt Euch zum Kalifat. Bekennt Euch zu Abu Bakr Al-Baghdadi Al Quraishi als Hussaini. Geht in Eure Provinzen. Khurasan ist für Euch eingerichtet (wörtlich ausgesucht) worden, in jedem Land der Welt ist eine Provinz für euch eingerichtet (ausgesucht) worden. Geht in Eure Provinzen. Ihr könnt nicht in den Irak oder Syrien gehen – aber tut wenigstens das. In Eurem Land … die ungläubige Polizei und Armee …” Das Video bricht hier ab.

LKW-Attentat in Nizza, Südfrankreich

Am Morgen nach dem  heftigen Attentat vom 14.7. spät abends in Nizza wurde ich gefragt, warum es gerade in Frankreich derzeit so viele Terroranschläge gibt. Es liegt wohl an einer Kombination folgender Gründe: 

  • In Frankreich leben aufgrund der Kolonialgeschichte des Landes und seiner zentralen Rolle in der islamfreundlichen EU relativ viele Moslems, und unter den vielen Einwanderern herrscht große Perspektivlosigkeit.
  • Wer streng nach dem Koran lebt, sieht sich dazu aufgerufen, die “Ungläubigen” umzubringen, und verspricht sich davon im Jenseits auch noch einen “Ehrenplatz”.
  • Frankreich ist nach den USA und Großbritannien eines der westlichen Länder, die im Nahen Osten militärisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich am meisten Schaden anrichten und dementsprechend verhasst ist, aber sich schon aufgrund seiner Lage viel schlechter schützen kann als in den USA und in GB.
  • Nachdem Frankreich im September 2014 dem ‘Islamischen Staat’ den Kampf angesagt hatte, rief dessen Sprachrohr ‘Abu Mohammed al-Adnani’ die Muslime zu Angriffen auf die “dreckigen Franzosen” mit allen Mitteln auf. Er gab auch die Anweisung: “Zerschmettert sie mit eurem Auto”.
  • Deutschland wäre genauso leicht zu treffen, aber pflegt schon seit der Kaiserzeit, ganz besonders unter Hitler, aber auch bis jetzt unter Merkel relativ gute (v.A. militärische und wirtschaftliche) Beziehungen zu islamisch geprägten Ländern.
  • In Frankreich hat u.A. durch die sehr starke Säkularisierung einen besonders kleinen Anteil an Christen, die für den Schutz von Land und Leuten beten, so dass wenige Anschläge schon im Vorfeld vereitelt würden.
  • Noch ein geistlicher Aspekt von Jörg Haller: Frankreich kannte “Palästina” vor zwei Jahren als Staat­ an, will den Tempelberg international kontrollieren lassen und plante ­obskure Nahost-Friedenskonferenzen ohne Israel und setze das Land massiv unter Druck. Wie soll Gott Frankreich da noch segnen und bewahren?

Anlässlich dieses Attentats gab es wieder die üblichen Reaktionen. So frage/forderte Bischof Stefan Oster:

Wann endlich kommt der kollektive, der große gemeinsame Aufschrei aller friedliebenden und wirklich ihrem Gott ergebenen Muslime der Welt, dass sie ihren Glauben nicht länger im Namen von Terroristen missbrauchen lassen wollen?

Sein Artikel war sicherlich gut gemeint, ist aber irreführend, weil er implizit von der falschen Voraussetzung ausgeht, dass Islam, Frieden und Demokratie vereinbar ist. ‘Frieden’ mit dem Islam kann es erst geben, wenn die ganze Welt von ihm totalitär beherrscht wird.

Auch die große Masse der weniger konsequenten, also säkularen/moderaten Moslems sind geistlich, mental und gesellschaftlich im Islam gefangen. Sie werden sich hüten, öffentlich gegen islamisch motivierte Gewalt und Terrorismus aufzutreten: Dann werden sie nämlich von denen, die es mit ihrer religiösen Ideologie ernst meinen, selbst als „Ungläubige“ deklariert und entsprechend verfolgt! Der Jubel über den jüngst in Nizza ‚gelungenen‘ Anschlag war in der islamischen Welt wieder groß.

Der Aufruf, sich innerhalb ihrer Ideologie von islamisch motivierter Gewalt zu distanzieren, wie er ja genauso von vielen gut meinenden aber von den westlichen Massenmedien auch bzgl. des Islam fehlinformierten nicht-christlichen Zeitgenossen kommt, ist daher sinnlos bis Unfug.
Viel besser – auch für ihr ewiges Seelenheil – und konsequenter wäre es, wenn Moslems dem Islam ganz den Rücken kehren und stattdessen Christus folgen. Gott sei Dank gibt es inzwischen verstärkt solche Fälle, auch motiviert aus Enttäuschung und Abscheu über ihrer angesichts des Terrorismus offensichtlich üble ‚Religion‘.

Ursprünglicher Artikel vom November 2015

Die jüngsten Anschläge in Paris haben mich nicht überrascht. Wie Petr Bystron, der Vorsitzende der AfD Bayern, am 14.11.2015 über die jüngste große Terror-Attacke von Paris richtig schreib:

Ich hoffe, dass diese grausamen Anschläge auch den letzten Träumern die Augen geöffnet haben. Diese Anschläge bestätigen die Unvereinbarkeit der islamistischen Ideologie mit unserer europäischen Lebensweise. Sie bestätigen ihre Unvereinbarkeit mit der christlich-jüdischen Kultur sowie mit dem Geist der Aufklärung, die unseren europäischen Wertekanon prägen. Sie zeigen deutlich, wie akut die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus auch für unser Leben ist.

Viel zu lange haben die jetzt regierenden Politiker die Gefahren der islamistischen Bedrohung für unsere Bevölkerung ignoriert, kleingeredet oder verschwiegen. Viel zu lange haben sie tatenlos zugesehen, wie Hunderttausende Menschen unkontrolliert nach Europa einwandern, oder sie haben – wie im Fall von Angela Merkel – sogar aktiv diesen unkontrollierten Zustrom befördert. Viel zu lange haben diese Politiker auf die berechtigten Warnungen der Sicherheitsexperten nicht gehört und das berechtigte Interesse der eigenen Bevölkerung nach einem Leben in Frieden und Sicherheit ignoriert.

Auch wir in Bayern sind direkt betroffen: Vergangene Woche verhaftete die bayerischen Polizei einen Mann aus Montenegro, der mehrere Tschaikowskys, Granaten und Sprengstoff mit sich führte und der zum Kreis der Attentäter von Paris gehören soll.

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